Elf Sprachen sind genug

Die Durchführung der theoretischen Fahrerlaubnis-Prüfung ist in Deutschland in elf Sprachen möglich. Das war nicht immer so. In einer früheren Fassung der Anlage 7 zur FeV war die Fremdsprachen-Regelung offener formuliert. Bis zum 31.12.2010 hieß es:
1.3 Durchführung der Prüfung
Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich in deutscher Sprache abzulegen. Sie erfolgt anhand von Fragen. Die zuständigen obersten 
Landesbehörden können zulassen, dass die Fragen in anderen Sprachen, unter Hinzuziehung eines beeidigten oder eines öffentlich bestellten und vereidigten Dolmetschers oder Übersetzers auf Kosten des Bewerbers sowie deutsch- und gegebenenfalls fremdsprachig mit Hilfe anderer Medien, insbesondere mit Bildschirm, auch mit Audio-Unterstützung gestellt werden.
Doch der umstrittene Passus ist bereits mit Wirkung zum 1.1.2011 ersetzt worden durch die Formulierung: Die theoretische Prüfung ist in deutscher Sprache abzulegen und erfolgt anhand von Fragen. (…) Abweichend von Satz 1 kann die Prüfung auch in folgenden Fremdsprachen abgelegt werden:
a) Englisch, b) Französisch, c) Griechisch, d) Italienisch, e) Polnisch, f) Portugiesisch, g) Rumänisch, h) Russisch, i) Kroatisch, j) Spanisch, k) Türkisch.
Zur Begründung der Änderung verwiesen die Neustädter Richter auf die Begründung zu dem damaligen Gesetzentwurf: Demnach sei “von der Unterstützung durch einen Dolmetscher auch deshalb Abstand genommen worden, weil diese Form der Prüfung in der Vergangenheit einem erheblich höheren Betrugsrisiko unterlegen habe und zunehmend kriminelle Manipulationen aufgetreten seien.”
Die in der Neufassung der Fahrerlaubnisverordnung aufgelisteten elf Fremdsprachen, in denen die theoretische Fahrerlaubnisprüfung abgelegt werden könne, entsprächen den in der EU am häufigsten gesprochenen Sprachen und stellten somit keine übermäßige Benachteiligung nicht deutschsprachiger Bewerber dar.